Das Tambourkorps "Wittgenstein" Dotzlar wurde im Jahr 1924 von neun jungen Männern gegründet.
Zu den Gründungsmitgliedern zählten:
Tambourmajor: Otto Daus
Tamboure: Karl Leihe (Schlabachs), Hermann Weber (Fehlers) und Heinrich Homrighausen (Poliers)
Flötisten: Heinrich Kirstein, Hermann Grebe (Scheeds), Wilhelm Gernand (Bau), Heinrich Dreisbach (Riehle), Wilhelm Grebe (Dachdeckers)
In einer wirtschaftlich sehr schwierigen Zeit, man befand sich ein Jahr nach der großen Inflation und im Beginn der Weltwirtschaftskrise, wurden die ersten Märsche eingeübt. Die ersten öffentlichen Auftritte und Wettstreitteilnahmen gaben Auftrieb, doch der unglückselige 2. Weltkrieg ließ die Trommeln und Flöten verstummen. Viele der einberufenen Kameraden kehrten leider nicht von der Front zurück, so dass erst im Jahr 1948, nach Verhandlungen mit der britischen Militärregierung, die ersten Übungsstunden stattfinden konnten. Neue junge Kräfte eiferten sich heran und sorgten dafür, dass das Korps nach und nach bis in die höchste deutsche Spielmannszugklasse aufstieg.
Zahlreiche Wettstreite wurden besucht und unzählige Erfolge errungen. Besonders erfolgreich war man bei den vier Wettstreitteilnahmen zur Ausspielung des Deutschlandpokals in Alsfeld. Bei der ersten Teilnahme im Jahr 1976, wir starteten gemeinsam mit 16 Vereinen in der höchsten Klasse, erreichten wir einen beachtlichen dritten Platz. In den Jahren 1980, 1984 und 1987 konnte in der Konzertklasse der Deutschlandpokal errungen werden. In der höchsten Spielmannszugklasse wurden wir jeweils Vizemeister. Außerdem wurden wir in 1980 Deutschlandpokalsieger in der Klasse ohne Schlagzeug.
Ein besonderer Tag war der 01. April 1978. Angeregt durch unser Mitglied Hans-Herbert Pöppel und durch seine finanzielle Unterstützung nahmen wir, als einer der ersten Spielmannszüge überhaupt, in einem Tonstudio in Trier eine Langspielplatte auf, die sich auch heute noch großer Beliebtheit erfreut.
Im September des Jahres 1982 konnte, ebenfalls wieder durch Unterstützung unseres Sponsors Hans-Herbert Pöppel, die Steubenparade in New York besucht werden. Mehr als 60 Personen, aktive Spielkameraden mit Ehefrauen und Freunden, waren insgesamt 12 Tage in den USA unterwegs. Nach zahlreichen Besichtigungen und Auftritten in New York fuhr man zu den Niagarafällen an der kanadischen Grenze; ein grandioses Erlebnis. Über das Städtchen York in Pennsylania ging es in die Landeshauptstadt Washington. Auf den Stufen des berühmten Capitols gaben die Kameraden ein Ständchen zum Besten, bevor von New York aus der Heimflug startete.
Die USA-Reise war für alle Teilnehmer ein unvergessliches Erlebnis.
Aber auch in und um Dotzlar ist das Tambourkorps aktiv. Zahlreiche eigene Feste in der näheren und weiteren Umgebung werden von uns musikalisch umrahmt.
Auch die Gemütlichkeit kommt bei uns nicht zu kurz. So wird jährlich eine Grillparty veranstaltet, eine gemeinsame Weihnachtsfeier organisiert und auch Ausflüge werden unternommen.